Familienplanung

 

Eine eigene Familie – ja oder nein?

Diese Frage stellen sich die meisten Menschen schon früh in ihrem Leben. Eine individuelle Entscheidung hängt in der Regel von vielen verschiedenen Faktoren ab.

Prägenden Charakter haben die eigenen Lebenserfahrungen und das Erleben der eigenen Herkunftsfamilie. Tiefe Wünsche und Sehnsüchte, Vorstellungen und Hoffnungen können den Wunsch nach einer eigenen Familie, nach eigenen Kindern auslösen.

Vielen Menschen ist wichtig, dass ein Partner an Ihrer Seite ist, mit dem sie sich die Elternschaft vorstellen können. Es gibt aber auch Frauen oder Männer, die unabhängig von einer Partnerin oder einem Partner Eltern werden möchten oder gleichgeschlechtliche Paare, die die Elternschaft annehmen möchten. Ob die eigenen Eltern oder andere Angehörige / Freunde unterstützend tätig werden und wie sich das Familienleben zukünftig mit dem Beruf vereinbaren lässt, sind dabei wichtige Fragen.

Eine Schwangerschaft und Geburt zu erleben, das eigene Kind aufwachsen zu sehen – darauf möchten viele Menschen nicht verzichten.

Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen

Wer sich bewusst und geplant für die Elternschaft entscheidet und sich möglicherweise schon frühzeitig über Aspekte der Familienplanung informieren möchte, kann sich an die Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen wenden. Diese bieten auch Beratung zum Thema Familienplanung und Verhütung an.

Da die Entscheidung für eine Familie weitreichenden Einfluss auf das gesamte Leben hat, beinhaltet die Frage nach der Familienplanung mehrere Themen, die mit in die Beratung einfließen. Zeigen sich an der einen oder anderen Stelle Probleme, wird gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten gesucht.

Die Aufklärung und Beratung im Bereich der Familienplanung beinhaltet zum Beispiel:

  • Aufklärung über sichere und geeignete Verhütungsmittel
  • Aufklärung über unterstützende natürliche Maßnahmen bei unerwünschter   Kinderlosigkeit
  • Aufklärung über Möglichkeiten der modernen Fortpflanzungsmedizin
  • Beratung zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie für beide Elternteile
  • Informationen und Hilfestellungen zur Auseinandersetzung mit der Elternrolle
  • Aufklärung und Beratung über die Möglichkeit der Adoption eines Kindes.

Die Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen helfen Ihnen, bei Ihrer Familienplanung und bei damit verbundenen Themen selbstbestimmte und verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen.

Schwanger werden

Manche Paare können schnell über das Eintreten der Schwangerschaft berichten. Bei anderen dauert es lange, bis die gewünschte Schwangerschaft festzustellen ist. Damit eine Schwangerschaft eintreten kann, müssen verschiedene biologische Abläufe zur rechten Zeit stattfinden.

Der richtige Zeitpunkt

Nur wenn befruchtungsfähige Spermien des Mannes auf die befruchtungsfähigen Eizellen der Frau treffen, ist eine erfolgreiche Befruchtung, also der Beginn einer Schwangerschaft, möglich. Im Monatszyklus der Frau ist dies auf jeweils nur wenige Tage beschränkt.

Der optimale Zeitraum für die Befruchtung liegt zwei Tage vor dem monatlichen Eisprung der Frau bis einen Tag danach, also etwa in der Mitte des Zyklus. Manche Frauen wissen um die genaue Zeit ihres Eisprungs, die meisten aber spüren diesen nicht deutlich. Als günstige Zeit für eine erfolgreiche Befruchtung gelten die Tage zwischen dem 9. und 18. Zyklustag.

Es gibt Paare, bei denen eine Schwangerschaft zeitnah nach Einstellen der Verhütung eintritt. Eine Wartezeit von mehreren Monaten ist jedoch durchaus normal. Bei anderen Paaren lässt der Erfolg auf sich warten, nicht selten auch bis zu einem Jahr oder darüber hinaus. Etwa ein Drittel aller Frauen wartet länger als ein Jahr auf eine Schwangerschaft.

Zunächst also sollten Sie Geduld haben und sich keinen Stress machen. Gerade bei Frauen, die über einen langen Zeitraum hormonell verhütet haben (z.B. mit der „Pille“ oder mit der Hormonspirale) kann es mehrere Monate dauern, bis sich der Körper wieder in den normalen Zyklus und damit in die Fruchtbarkeit eingefunden hat.

Das biologische Alter

Auch das Alter von Mann und Frau spielt eine Rolle:
Durchschnittlich betrachtet ist die Chance einer 28-jährigen Frau, schwanger zu werden, doppelt so hoch wie die einer 38-Jährigen. Aus biologischer Sicht ist die Zeit zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr bei Frauen die günstigste für eine erfolgreiche Befruchtung. Die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten einer Schwangerschaft ist in dieser Zeitspanne am höchsten. Nach dem 30. Lebensjahr dauert es erfahrungsgemäß länger, bis sich ein positives Ergebnis einstellt.

Ab etwa 40 Jahre wird nur noch ca. ein Drittel der Frauen innerhalb eines Jahres schwanger, ein weiteres Drittel ist bereits nicht mehr in der Lage, ein Kind zu bekommen. Etwa ab dem 45. Lebensjahr werden nur noch 5 % der Frauen innerhalb eines Jahres schwanger, mehr als jede 2. Frau ist bereits unfruchtbar.
Ab dem 35. Lebensjahr steigt außerdem die Gefahr für Fehl- und Frühgeburten sowie für das Auftreten von Trisomie21 („Down-Syndrom“) beim Fötus mit jedem weiteren Lebensjahr der Frau.

Männer sind in der Regel bis ins hohe Alter zeugungsfähig, jedoch nimmt die Fruchtbarkeit mit zunehmendem Alter (etwa ab dem 40. Lebensjahr) ab. Die Qualität der Spermien nimmt mit zunehmendem Alter ab. So treten bei älteren Männern häufiger Chromosomenstörungen in den Samenzellen auf. Auch das Risiko einer frühen Fehlgeburt steigt mit zunehmendem Alter der Väter.

Das Alter beider Elternteile spielt also eine Rolle bei der Zeugungsfähigkeit und der Gesundheit eines Kindes.

Kommen zum Alter beider Geschlechter noch weitere Faktoren wie etwa Rauchen, Erkrankungen oder Übergewicht hinzu, wird die Zeugungsfähigkeit in der Regel noch stärker beeinflusst oder vermindert.

Weitere Informationen finden Sie auf Familienplanung.de
  

Gesund leben

Eine gesunde Lebensweise ist wichtig – nicht nur für den eigenen Körper, sondern auch für die Zeugung und das Leben des ungeborenen Kindes.

Ungesunde Verhaltensweisen können die Fruchtbarkeit bei Männern und Frauen in negativer Weise beeinflussen.
Meiden oder stark einschränken sollten Sie 

  • Rauchen
  • Alkoholkonsum
  • lang anhaltende Stress- und Erschöpfungszustände
  • die Einnahme bestimmter Medikamente oder
  • starkes Über- oder Untergewicht bei Frauen

Eine ausgewogene, vitamin- und mineralstoffreiche Kost ist für den gesamten Körper und die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen entscheidend. Am besten nimmt der Körper Vitamine und Mineralstoffe über die Nahrung auf. Bei einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung mit viel rohem Obst und Gemüse, Vollkorn-Getreideprodukten, Milchprodukten und ausreichender Flüssigkeitszufuhr entsteht in der Regel keine Mangelversorgung.

Der Konsum von industriell verarbeiteten Gerichten („Fertiggerichte“) sowie stark gesüßten und extrem fettigen Speisen sollte eingeschränkt werden. Das Gleiche gilt für den übermäßigen Konsum von Kaffee oder anderen koffein- und / oder zuckerhaltigen Getränken.
 

Weiterführende Informationen

Zusätzliche Informationen

Baby-Timer

Alle wichtigen Termine im Blick: Vom Beginn der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr Ihres Kindes. Zum Baby-Timer

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Elternbriefe

Infos zu den Elternbriefen www.elternbriefe.bayern.de