Alleinerziehend

 

„Allein erziehen in Bayern“ – alles Wissenswerte in einer Broschüre

Alleinerziehend – hinter diesem Begriff stecken viele verschiedene Lebenswelten.
Es gibt Eltern, die sich trennen und sich dennoch größtenteils gemeinsam um ihre Kinder kümmern.

Bei anderen getrennt lebenden Eltern kümmert sich nur ein Elternteil um das Kind oder die Kinder. Wieder Andere haben vielleicht von Anfang an die Rolle des alleinerziehenden Elternteils übernommen.

Um alleinerziehend die Herausforderungen des Alltags mit Kindern zu meistern, braucht es meist viel Kraft, Organisationstalent und Kreativität. Kommen Streitereien oder wiederholte Konflikte mit dem Ex-Partner oder der Ex-Partnerin vor, kann die Situation eines alleinerziehenden Elternteils ganz schön kraftraubend sein.

Daher ist es besonders wichtig, sich Unterstützung zu organisieren, sei es durch ein möglichst großes soziales Netzwerk, durch Nutzung aller Informations- und Beratungsangebote, sowie durch Kinderbetreuungsangebote und auch durch Hilfen finanzieller Art.

Auf der Internetseite des Bayerischen Sozialministeriums finden Sie alles Wissenswerte. Hier gibt es auch kostenlos die umfangreiche Broschüre "Allein erziehen in Bayern" mit wissenswerten Informationen für Alleinerziehende. Die Broschüre ist auch als download erhältlich. Sie beinhaltet Informationen zu den Bereichen

  • Familienpolitik für alleinerziehende Eltern
  • Rat und Hilfe in neuen Lebenssituationen und in Krisen
  • Rechtliche Situation der Einelternfamilie
  • Finanzielle Hilfen und sonstige Angebote für Einelternfamilien
  • Steuern für Einelternfamilien
  • Sozialversicherung für Einelternfamilien
  • Erwerbstätigkeit
  • Ausbildung
  • Kinderbetreuung

Auch auf der Internetseite Familienwegweiser gibt es umfangreiche Informationen zum Thema Alleinerziehende.

Konflikte, Trennung oder Scheidung: das Kind liebt beide Eltern

Eine Trennung ist in den allermeisten Fällen mit vielen Konflikten verbunden. Oft gehen monate- oder jahrelange Konflikte einer Trennung voraus. Da ist es verständlich, dass „die Nerven blank liegen“, Missverständnisse auftreten und Unsicherheiten oder Ängste entstehen. Manchmal ist es dem Paar nicht mehr möglich, Konflikte zu klären und Lösungen zu finden. Im schlimmsten Fall streiten die Eltern nur noch und tragen ihre Konflikte vor den Kindern oder über die Kinder aus.

Zweifelsfrei möchten alle Eltern das Beste für ihr Kind. Und gerade deshalb ist es so wichtig, dass die Eltern gemeinsam nach Lösungen suchen und die Kommunikation nicht abbrechen oder den Streit eskalieren lassen. Auch wenn es schwerfällt: Schuldzuweisungen und Vorwürfe helfen nicht weiter, so verletzt und betrogen man sich auch fühlen mag.

Für Kinder kann es sehr schmerzhaft und erschütternd sein, wenn sich die Eltern nur noch „bekriegen“ und gegeneinander arbeiten. Sie lieben beide Elternteile und werden unter der Trennung leiden. Es ist für die emotionale, psychische und soziale Entwicklung des Kindes förderlich, regelmäßig Kontakt zu beiden leiblichen Eltern zu haben. Es sei denn, ein Elternteil hat so schwere eigene Probleme zu bewältigen, dass es ihm nicht möglich ist, sich ausreichend und angemessen um sein Kind zu kümmern.

Grundsätzlich aber sollte es immer das Anliegen beider Elternteile sein, sich auch nach der Trennung gemeinsam um das Kind oder die Kinder zu kümmern und den Kontakt zum jeweils anderen Elternteil im Sinne des Kindes zu unterstützen. Denn so können die Kinder die Trennung besser verarbeiten und mit der veränderten Situation umgehen.

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Beratung und Unterstützung – auch vor der Trennung

Sollte die Situation festgefahren und ein konstruktives, klärendes Gespräch nicht mehr möglich sein, bieten das Jugendamt oder die Erziehungsberatungsstellen sowie die Ehe- und Familienberatungsstellen Beratungen an zum Thema Partnerschaft, Trennung und Scheidung.

Eltern wie Kinder haben einen gesetzlichen Anspruch auf Beratung und Unterstützung durch das Jugendamt, insbesondere bei:

  • der Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen des Kindes und des betreuenden Elternteils
  • der Regelung des Umgangsrechts und
  • bei der Feststellung der Vaterschaft

Auch zu folgenden Themen berät das Jugendamt oder die Erziehungsberatungsstellen:

  • Umgang mit partnerschaftlichen Konflikten
  • Umgang mit dem Ex-Partner
  • Vereinbarkeit von Beruf und Kind bei Alleinerziehenden
  • Finanzielle Leistungen
  • Soziale Unterstützung

Daneben gibt es in Bayern viele Selbsthilfe- und Kontaktgruppen, Treffpunkte und ähnliche Initiativen für Alleinerziehende vor Ort, z.B. von Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbänden und Alleinerziehendenverbänden.

So ist beispielsweise der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) eine gemeinnützige und politisch unabhängige Selbsthilfeorganisation, die in Bayern 40 Kontaktstellen bietet. Die Internetseite des VAMV bietet zudem Informationen zu Themen wie Ferien und Urlaub, Kuren und Rehabilitation für Alleinerziehende. Für Mitglieder werden auch Beratungen in den Bereichen Familien- und Arbeitsrecht sowie zum Arbeitslosengeld II (ALG II) angeboten.

 

Rechtliche Beratung

Bei rechtlichen Auseinandersetzungen kann es sinnvoll sein, eine juristische Beratung in Anspruch zu nehmen. Zuvor sollte jedoch eine Beratung in einer Erziehungsberatungsstelle, beim Jugendamt oder einer Ehe- und Familienberatungsstelle erfolgen. Durch eine Beratung entstehen oft neue Lösungsansätze und eine verbesserte Kommunikationsbereitschaft beider Parteien, die vorher nicht möglich zu sein schien.

Sollten sich rechtliche Auseinandersetzungen nicht vermeiden lassen, müssen die Kosten hierfür von den Parteien selbst getragen werden.
Können die Anwalts- und / oder Gerichtskosten aufgrund bestehender wirtschaftlicher Verhältnisse nicht selbst getragen werden, kann Beratungs- bzw. Prozess- / Verfahrenskostenhilfe beim zuständigen Amtsgericht beantragt werden.

Netzwerk Familienpaten Bayern - praktische Hilfe nach der Geburt

Familie leben – das ist heute oft eine anspruchsvolle Aufgabe.
Die steigende Berufstätigkeit, fehlende soziale Unterstützung und kinderferne Lebenswelten sowie die Belastung von Einelternfamilien bringen Eltern oft an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Ist die Belastung zu groß und fehlt vor allem soziale Unterstützung, können Eltern nicht mehr kompetent und mit Freude erziehen.

Netzwerk Familienpaten Bayern

Heutzutage fehlt Familien leider immer öfter die notwendige soziale Unterstützung, um den oft anstrengenden Familienalltag zu meistern. In Bayern bieten z.B. an verschiedenen Standorten ehrenamtliche Familienpaten für einen begrenzten Zeitraum Unterstützung für Familien. Familienpaten stärken Mütter, Väter und andere Erziehungsberechtigte in ihrer Alltags- und Erziehungskompetenz und geben Hilfestellungen im Alltag.

Weitere Informationen über das „Netzwerk Familienpaten Bayern“ unter Familienpaten-bayern.de. Dort gibt es auch das „Handbuch Netzwerk Familienpaten“ zum herunterladen.

Gute Kontakt- und Anlaufstelle für Eltern sind zudem die Familienstützpunkte: Sie halten konkrete Angebote für die unterschiedlichen Bedürfnisse von Familien vor und verweisen bei Bedarf an andere Einrichtungen weiter. Weitere Informationen unter Familienbildung.bayern.de oder über das örtliche Jugendamt.

Finanzielle Hilfen für Einelternfamilien

Alleinerziehende sind häufig auf finanzielle Unterstützung angewiesen.
Die meisten finanziellen Leistungen stehen auch anderen Familien zu, jedoch besteht bei Alleinerziehenden meist erhöhter Bedarf.

Oft können Alleinerziehende nicht immer und nicht immer von Anfang an ganztags erwerbstätig sein und Unterhaltsleistungen sind meist knapp, nicht ausreichend für den Gesamtbedarf der Familie oder sie bleiben sogar völlig aus.

Die Broschüre "Allein erziehen in Bayern" beinhaltet einen umfangreichen Überblick über finanzielle und andere Leistungen für Einelternfamilien. Hier gibt es Informationen zu

  •  Hilfen in der Schwangerschaft
  •  Mutterschaftsgeld und Zuschuss zum Mutterschaftsgeld
  •  Elterngeld
  •  Bayerisches Landeserziehungsgeld
  •  Unterhaltsvorschuss
  •  Kindergeld, Kinderzuschlag
  •  Hinterbliebenenversorgung
  •  Wohngeld, Sozialwohnungen, Förderung Eigentumserwerb
  •  Arbeitslosengeld
  •  Grundsicherung für Arbeitssuchende
  •  Sozialhilfe
  •  Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind
  •  Kuren
  •  Zuschüsse zu Familienurlaub in Familienferienstätten

 

Kindesunterhalt / Betreuungsunterhalt / Unterhaltsvorschuss

Informationen zum Kindsunterhalt, Betreuungsunterhalt und zum Unterhaltsvorschuss gibt es hier oder in der kostenlosen Broschüre „Allein erziehen in Bayern“ des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration.

 

Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind

Hilfe für Schwangere in Not

Die bayerische "Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind" unterstützt schwangere Frauen in finanziellen Notlagen. Für Schwangere besteht die Möglichkeit, ergänzende finanzielle Leistungen zu erhalten. Das Einkommen darf dabei bestimmte Grenzen nicht überschreiten. Die Leistungen können für einen längeren Zeitraum gewährt werden, der 36 Monate nicht übersteigen soll.

Vorraussetzungen für die Leistungen der Landesstiftung sind die bestehende Schwangerschaft (ärztliches Attest oder Mutterpass muss vorgelegt werden), der Hauptwohnsitz in Bayern, eine bestehende (finanzielle) Notlage und die Bereitschaft, eine persönliche Beratung anzunehmen. Ein Anspruch auf die Leistungen der Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind besteht nicht, es handelt sich um eine freiwillige Leistung. Der Antrag muss vor der Geburt des Kindes bei den Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen in Bayern gestellt werden.

Detaillierte Informationen erhalten Sie auf der Seite des Zentrum Bayern Familie und Soziales.

Hilfe für Familien in Not

Die bayerische "Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind" unterstützt Familien in finanziellen Notlagen.
Bei den Leistungen handelt es sich in der Regel um eine einmalige finanzielle Unterstützung, mit der die bestehende Notlage der Familie abgewendet oder erleichtert werden soll. Besonders kinderreiche Familien, allein Erziehende mit Säuglingen oder jungen Kindern und Familien mit behinderten Kindern können die Unterstützung erhalten. Auch hier besteht kein Anspruch auf die Leistungen der "Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind", da es sich um um eine freiwillige Leistung des Freistaats Bayern handelt.

Auch die

  • örtlich zuständige Gemeinde
  • Sozialhilfeverwaltungen
  • Jugendämter
  • Landrats-/ und Gesundheitsämter
  • Schwangerenberatungsstellen
  • und andere öffentliche Institutionen, welche sich für die Behebung oder Linderung einer Notlage engagieren

nehmen als Übermittlungsboten des Hilfesuchenden die ausgefüllten Vordrucke entgegen und leiten diese an die Landesstiftung weiter.