Adoption

Wenn Schwangere sich trotz Hilfeangeboten für Mutter und Kind nicht in der Lage sehen, ihr Kind selbst groß zu ziehen, haben sie die Möglichkeit, sich für die Adoptionsfreigabe ihres Kindes zu entscheiden.

Die Gründe dafür können vielfältig sein:

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Manche Frauen sehen sich aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen nicht in der Lage, sich ausreichend um ein Kind zu kümmern. Andere Mütter und Väter befürchten aufgrund ihres Alters oder emotionaler und familiärer Bedingungen mit der Erziehung eines Kindes überfordert zu sein. Oft fühlen sich Frauen der Situation nicht gewachsen, weil sie weder Unterstützung vom Kindsvater noch von ihrer eigenen Familie erhalten. Oder es sind bereits Kinder vorhanden und die werdenden Eltern sehen sich außerstande, sich noch um ein weiteres Kind zu kümmern bzw. ein förderliches Aufwachsen sicherzustellen.

Bei einer Adoption ändert sich die rechtliche Beziehung des Kindes zu seinen Eltern grundlegend:

Mit dem Adoptionsbeschluss des Familiengerichts erlöschen die verwandtschaftlichen Beziehungen und damit auch die Unterhalts- und Erbansprüche. Die Adoptiveltern sind dann rechtlich gesehen die Eltern des Kindes.

Die Eltern besitzen nach der Einwilligung in die Adoption kein Sorge- oder Umgangsrecht mehr. Für die Eltern bedeutet die Freigabe ihres Kindes zur Adoption in der Regel die endgültige Trennung. Nach Zugang der notariell beurkundeten Einwilligung beim Familiengericht kann diese nicht mehr widerrufen werden.

Das Kind kann direkt nach der Geburt oder auch zu einem späteren Zeitpunkt in seine zukünftige Adoptivfamilie übergeben werden. Im Zusammenhang mit der Adoptionsvermittlung und bei allen Fragen bezüglich der Adoption berät und unterstützt die Adoptionsvermittlungsstelle jeweils mit Einverständnis die Adoptiveltern, das Kind und auch seine leiblichen Eltern.

In die Adoption eines Kindes müssen grundsätzlich beide Elternteile einwilligen. Das ist frühestens acht Wochen nach der Geburt möglich. Sind die Eltern nicht miteinander verheiratet und haben sie keine Sorgeerklärungen abgegeben, kann die Einwilligung des Vaters bereits vor der Geburt erteilt werden. Für ein geschäftsunfähiges oder noch nicht vierzehn Jahre altes Kind erteilt der gesetzliche Vertreter die Einwilligung. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Einwilligung der Eltern ent-behrlich sein (z.B. bei dauernd unbekanntem Aufenthalt) oder ersetzt werden (z.B. bei anhaltend gröblicher Pflichtverletzung oder Gleichgültigkeit gegenüber dem Kind).

Die Einwilligung ist von den Elternteilen zu erteilen, auch dann wenn sie noch minderjährig sind. Die Zustimmung der eigenen Eltern bzw. der gesetzlichen Vertreter ist hierzu nicht erforderlich.

Bei der Entscheidung zur Freigabe des Kindes zur Adoption handelt es sich um eine sehr weitreichende Entscheidung – vor allem für das Kind. Sie sollte daher wohlüberlegt und insbesondere mit den Fachkräften der Adoptionsvermittlungsstellen rechtzeitig besprochen worden sein.
Unter Zeitdruck sollten Entscheidungen zur Freigabe zur Adoption niemals getroffen werden
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Die Adoptionsvermittlungsstellen der Jugendämter informieren umfassend über alle mit einer Adoption in Zusammenhang stehenden Fragen und bieten Hilfe und Informationen über weitere (auch finanzielle) Hilfen für das Leben mit Kind.

Mehr Informationen zur Adoption gibt es auf der Seite des Bayerischen Landesjugendamts. Auch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration bietet Informationen zur Adoption.