Schwangerenvorsorge

 

Ziel der Schwangerenvorsorge

Vorrangige Ziele der Schwangerenvorsorge sind die Begleitung von Frauen in Ihrer normalen Schwangerschaft und die frühzeitige Erkennung von Risikoschwangerschaften und Risikogeburten.

Die erste Untersuchung zur Feststellung der Schwangerschaft sollte daher möglichst frühzeitig bei der Frauenärztin / dem Frauenarzt oder der Hebamme erfolgen. Hier wird der voraussichtliche Geburtstermin errechnet und Untersuchungen durchgeführt, die über die gesundheitliche Situation von Mutter und Kind Auskunft geben.

Der Umfang der Beratung und der Untersuchungen ist in den Mutterschaftsrichtlinien festgelegt. So soll die Ärztin / der Arzt beispielsweise auch zu Risiken einer HIV-Infektion, zur Impfung saisonaler Influenza („Grippeimpfung“) und zur Ernährung beraten. Besonders wichtig ist außerdem die Aufklärung über die schädigende Auswirkung von Alkohol, Nikotin und Drogen sowie bestimmter Medikamente auf das ungeborene Kind.

Daneben können auch weitere gesundheitliche Aspekte angesprochen werden, die in der Schwangerschaft wichtig sind. Da nicht alle Fragen, die sich mit dem Eintritt der Schwangerschaft stellen, medizinischen Bezug haben, soll die Ärztin / der Arzt die Schwangere auch über ihren Rechtsanspruch auf Beratung bei den staatlich anerkannten Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen aufklären. Sie bieten kompetente und einfühlsame Beratung zu allen Themen im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft, z.B. zur finanziellen Situation, bei Problemen in der Partnerschaft, zur Geburt und zum Leben mit dem Kind.


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Die erste Untersuchung

Die erste frauenärztliche Untersuchung umfasst neben den diagnostischen Maßnahmen auch die Erhebung der Krankengeschichte der Schwangeren und des werdenden Vaters sowie den bisherigen Schwangerschaftsverlauf.

Zu den diagnostischen Maßnahmen zählen unter anderem

  • die Blutdruckmessung
  • die Feststellung des Körpergewichts
  • die Urin- und Blutuntersuchung

Hat die Frauenärztin / der Frauenarzt einen normalen Schwangerschaftsverlauf festgestellt, können die Vorsorgeuntersuchungen bis auf die Ultraschalluntersuchungen auch von einer Hebamme durchgeführt werden.

Die Vorsorgeuntersuchungen im Überblick

Zeitliche Abstände der Untersuchungen

In der Regel finden die Vorsorgeuntersuchungen alle 4 Wochen statt. Ab der 33. Schwangerschaftswoche sind dann alle 2 Wochen Vorsorgeuntersuchungen angezeigt und bei Überschreiten des errechneten Geburtstermins dann alle 2 Tage.

Sollten Unregelmäßigkeiten, Beschwerden oder Komplikationen auftreten, können auch kürzere Abstände zwischen den Untersuchungen angezeigt sein.
Bei Fragen und Unsicherheit können Sie sich natürlich jederzeit an Ihre Hebamme, die Frauenärztin oder den Frauenarzt wenden.

Inhalte der Untersuchungen

Zu den diagnostischen Maßnahmen, die in jeder Untersuchung durchgeführt werden, zählen unter anderem

  • die Blutdruckmessung
  • die Feststellung des Körpergewichts
  • die Urin- und Blutuntersuchung
  • die Kontrolle des Gebärmutterstandes.

In einem späteren Stadium der Schwangerschaft werden auch die kindlichen Herzaktion sowie die Lage des Kindes kontrolliert.

Das Besprechen der Testergebnisse und ausreichend Zeit für Fragen und Beratung sind immer Teil der Untersuchungen.

1. Vorsorgeuntersuchung (um die 9. Schwangerschaftswoche)

Die 1. Vorsorgeuntersuchung umfasst neben den diagnostischen Maßnahmen auch die Erhebung der Krankengeschichte der Schwangeren und des werdenden Vaters sowie den bisherigen Schwangerschaftsverlauf. 

2. Vorsorgeuntersuchung ( etwa 12. Schwangerschaftswoche)

Die Vorsorgeuntersuchungen bis zur 12. Schwangerschaftswoche beinhalten neben den oben genannten diagnostischen Untersuchungen auch eine allgemeine Beratung und Informationen über Laboruntersuchungen.
Die erste Ultraschalluntersuchung findet zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche statt.

3. Vorsorgeuntersuchung ( etwa 16. Schwangerschaftswoche)

  • Diagnostische Untersuchungen
  • Rötelnantikörperbestimmung

 4. Vorsorgeuntersuchung ( etwa 20. Schwangerschaftswoche)

  • Diagnostische Untersuchungen
  • 2. Ultraschalluntersuchung

5. Vorsorgeuntersuchung ( etwa 24. Schwangerschaftswoche)

  • Diagnostische Untersuchungen
  • Blutuntersuchung auf Antikörper

6. Vorsorgeuntersuchung ( etwa 28. Schwangerschaftswoche)

  • Diagnostische Untersuchungen
  • Bei negativem Rhesus-Faktor (Blutgruppenunverträglichkeit)
  • Anti-D-Behandlung

7. Vorsorgeuntersuchung ( etwa 32. Schwangerschaftswoche)

  • Diagnostische Untersuchungen
  • 3. Ultraschalluntersuchung (29.-32. Woche)
  • Blutuntersuchung auf Hepatitis B (32.-36.Woche)

8. Vorsorgeuntersuchung ( etwa 34. Schwangerschaftswoche)

  • Diagnostische Untersuchungen
  • Blutuntersuchung auf Hepatitis B (32.-36.Woche), sofern nicht bereits im Rahmen der 7. Vorsorgeuntersuchung durchgeführt

9. Vorsorgeuntersuchung ( etwa 36. Schwangerschaftswoche)

  • Diagnostische Untersuchungen
  • Blutuntersuchung auf Hepatitis B (32.-36.Woche), sofern nicht bereits im Rahmen der 7. oder 8. Vorsorgeuntersuchung durchgeführt
  • Tastuntersuchung nach der Lage des Kindes

10. Vorsorgeuntersuchung ( etwa 38. Schwangerschaftswoche)

  • Diagnostische Untersuchungen

11. Vorsorgeuntersuchung ( etwa 40. Schwangerschaftswoche)

  • Diagnostische Untersuchungen

Bis zur Geburt folgen weitere Untersuchungen in 2-tägigen Abständen.


 

Der Mutterpass - ständiger Begleiter in der    Schwangerschaft

Bei der ersten Untersuchung stellt die Frauenärztin / der Frauenarzt oder die Hebamme den Mutterpass aus. Er enthält alle medizinisch relevanten Daten der Schwangerschaft und ermöglicht so im Notfall eine schnelle Hilfe. Daher sollten Sie den Mutterpass immer bei sich tragen.
Anhand des Mutterpasses können Sie auch sehen, welche Untersuchungen im Rahmen der Schwangerenvorsorge aufgrund der Mutterschaftsrichtlinien regelmäßig vorgesehen sind.

Ultraschalldiagnostik

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen erfolgen drei Ultraschalluntersuchungen.

Diese geben Auskunft über

  • das genaue Gestationsalter, also das Alter des ungeborenen Kindes ab dem mutmaßlichen Tag der Befruchtung (= Dauer der Schwangerschaft) und damit über den voraussichtlichen Geburtstermin
  • eine evtl. bestehende Mehrlingsschwangerschaft
  • den Sitz des Embryos in der Gebärmutter
  • die Herzaktion des Embryos
  • die Fruchtwassermenge
  • die Körpermaße des Embryos, wie z.B. die Scheitel-Steißlänge.

In den Vorsorgeuntersuchungen kann festgestellt werden, ob sich der Embryo zeitgerecht entwickelt oder ob Auffälligkeiten vorliegen.

In der Regel werden die Ultraschalluntersuchungen durchgeführt

  • vom Beginn der 9. bis zum Ende der 12. SSW
  • vom Beginn der 19. bis zum Ende der 22. SSW
  • vom Beginn der 29. bis zum Ende der 32. SSW.

 

Kostenübernahme der Vorsorgeuntersuchungen

Die regulären Vorsorgeuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Ergeben sich aus den Vorsorgeuntersuchungen Befunde, die weitere spezielle Untersuchungen notwendig machen, zum Beispiel zusätzliche Ultraschalluntersuchungen, werden auch diese Kosten von der Krankenkasse übernommen.

Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen bei einer unauffällig verlaufenden Schwangerschaft (also keine Risikoschwangerschaft) werden nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, sondern zählen zu den IGeL-Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen), die von der Versicherten selbst zu bezahlen sind. Die Ärztin / der Arzt muss vorher über die Höhe der Kosten informieren.