Frühgeburt

 

Frühgeburt

Eine Geburt vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche wird als Frühgeburt bezeichnet.
Etwa 6 bis 10 % aller Geburten sind Frühgeburten.
Etwa 20% aller Geburten erfolgen in Deutschland nach 37-38 Schwangerschaftswochen, also immer noch ca. zwei bis drei Wochen vor dem errechneten Termin.

Heute können schon Babys mit einem Gewicht von ca. 500 g bzw. einer Geburt etwa ab der 24. Schwangerschaftswoche intensivmedizinisch behandelt werden.
Dennoch birgt eine Frühgeburt gewisse Risiken für das weitere Leben des Kindes.

Zu früh geborene Babys kommen meist in den Inkubator, einen Brutkasten, in dem die Temperatur konstant warm gehalten werden kann und die Frühgeborenen künstlich beatmet oder ernährt werden können.

 

Mögliche Ursachen

Mögliche Ursachen für eine Frühgeburt können sein:

  •  Erkrankungen, Infektionen
  •  mehrere vorausgegangene Schwangerschaften
  •  Drogenkonsum, Rauchen, Alkohol
  •  hohes Alter der Mutter
  •  schwere körperliche Arbeit
  •  berufliche oder private Belastungen


Bei Ängsten, Unsicherheiten oder Gesprächsbedarf in Zusammenhang mit Ihrer Schwangerschaft und der bald eintretenden neuen Lebenssituation mit Kind wenden Sie sich an die Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen.
Hier erhalten Sie auch Informationen zu finanziellen Leistungen und bei psychischen Belastungen auf Wunsch auch die Vermittlung von Ärztinnen und Ärzten oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.


Verlängerter Mutterschutz
 

Die Mutterschutzfrist nach der Entbindung beträgt bei Frühgeburten zwölf Wochen (statt regulär acht Wochen) und verlängert sich zusätzlich um den Zeitraum der regulär vorgesehenen sechswöchigen Frist vor der Entbindung, der aufgrund der vorzeitigen Entbindung nicht in Anspruch genommen werden konnte.
Auch Mutterschaftsgeld wird entsprechend länger gezahlt. Bei Frühgeburten und sonstigen vorzeitigen Entbindungen verlängert sich die Bezugsdauer um den Zeitraum, der vor der Geburt nicht in Anspruch genommen werden konnte.
Die Ärztin oder der Arzt stellt eine kostenfreie Bescheinigung über die Frühgeburt aus.

Weiterführende Informationen zum Mutterschutz und Mutterschaftsgeld:
stmas.bayern.de

stmas.bayern.de

 

Betreuung nach der Geburt

Wenn Ihr Kind zu früh auf die Welt gekommen ist, sollten Sie nach Möglichkeit so oft und so lange bei Ihrem Kind sein, wie die medizinische Situation im Krankenhaus und Ihre Kräfte dies zulassen.
Ihr Partner oder andere Angehörige sollten Sie unterstützen und ebenfalls das Frühgeborene besuchen.
Zwar wird die medizinische Versorgung immer besser, dem Baby fehlt jedoch die natürliche Wärme und der Schutz Ihres Mutterleibs.
Um eine sichere Mutter-Kind-Bindung herzustellen, ist es gerade bei Frühgeborenen enorm wichtig, sie die Anwesenheit und Anteilnahme der Eltern oder anderer Personen spüren zu lassen.
Sollte kein oder nur wenig Körperkontakt möglich sein, reden oder singen Sie viel mit dem Baby.
Das Kind kennt Ihre Stimme und die Ihres Partners bereits aus der Zeit im Mutterleib und wird sich geborgen und aufgehoben fühlen, wenn es Sie oder Ihren Partner hört.
Auch das Stillen ist für Frühgeborene sehr wichtig. Nach Möglichkeit sollten Sie Ihr Kind stillen. Wenn das Stillen nicht gelingt, können Sie dem Baby abgepumpte Muttermilch als Nahrung anbieten. Dies ist auch möglich, wenn das Baby künstlich über eine Magensonde ernährt wird.
Wenn die Muttermilch abgepumpt wird, bleibt der Milchfluss in Gang und Sie können Ihr Kind auch nach der Zeit im Krankenhaus stillen.

Wie bei allen Geburten besteht auch bei einer Frühgeburt für die erste Zeit zu Hause Anspruch auf Hebammenhilfe durch die gesetzliche Krankenversicherung.

Während der Zeit des Klinikaufenthalts des Frühgeborenen und für die erste Zeit danach übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung unter Umständen die Kosten für eine Haushaltshilfe.

Informationen über die Kostenübernahme von Haushaltshilfen:
stmas.bayern.de


Hilfe bei Krisen

Wenn ein frühgeborenes Kind aus dem Krankenhaus entlassen wird und nach Hause kommt, sind die Eltern meist sehr froh über den stabilen gesundheitlichen Zustand und die Chance, nun einen normalen Alltag mit dem Kind erleben zu können.
Jedoch machen sich oft die Strapazen der letzten Zeit bemerkbar: die Sorge um das Kind, vielleicht einige durchwachte Nächte, Unsicherheiten im Umgang mit dem Frühgeborenen.
Selbst erfahrene Eltern kommen oft an ihre Grenzen, wenn sie sich um ein Frühgeborenes kümmern:
Frühgeborene Babys brauchen meist längere Zeit, um sich an die Umstellung von der Klinik an ihr Zuhause zu gewöhnen. Bei manchen frühgeborenen Babys muss zudem noch die Atmung und die Herzfrequenz überwacht werden.

Aufgrund der starken emotionalen Belastungen, denen Eltern von Frühgeborenen gegenüberstehen, kann sich das Ausmaß der Anspannung und Erschöpfung oft erst zeigen, wenn der Klinikaufenthalt beendet wurde und das Neugeborene zu Hause ist. Besonders Mütter von Frühgeborenen entwickeln manchmal starke Ängste oder eine Depression.

Deshalb sollte Unterstützung angenommen werden, sei es fachliche Hilfe durch eine Hebamme oder Haushaltshilfe oder Hilfe von Freunden und Verwandten. Bei psychosozialen Problemen helfen auch die Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen weiter.

Ebenso bieten manche Krankenhäuser unterstützende Angebote an wie Elterngruppen, in denen sich die Eltern von Frühgeborenen untereinander austauschen können.
Einige Kliniken bieten auch fachliche Hilfe an, zum Beispiel durch Ärztinnen / Ärzte, Kinderkrankenschwestern / Kinderkrankenpfleger, Sozialpädagoginnen / Sozialpädagogen und Psychologinnen / Psychologen.

Weitere hilfreiche Informationen zu Frühgeburten bietet die BZgA:
familienplanung.de

Auch der Bundesverband „Das frühgeborene Kind e. V.“ biete Informationen und sehr hilfreiche Broschüren (zum Herunterladen) zum Thema Frühgeburt:
fruehgeborene.info

Eine virtuelle Selbsthilfegruppe:
fruehchen-netz.de
 

Zusätzliche Informationen

Baby-Timer

Alle wichtigen Termine im Blick: Vom Beginn der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr Ihres Kindes. Zum Baby-Timer

pdf als Download

Elternbriefe

Infos zu den Elternbriefen www.elternbriefe.bayern.de