Geburtskomplikationen

 

Kaiserschnittgeburt

In Situationen, in denen das Leben von Mutter oder Kind gefährdet ist oder gefährdet sein könnte, ist die Wahl einer Kaiserschnittentbindung notwendig.
Bei etwa 2% aller Geburten steht schon vor der Geburt fest, dass aus medizinischen Gründen eine Schnittentbindung erfolgen muss. Gründe hierfür können eine Plazenta, die vor dem Muttermund liegt, sein oder eine Kindslage, die die normale Geburt unmöglich oder sehr riskant macht. Bei weiteren ca. 10 % zeichnet sich während der Geburt ab, dass ein Kaiserschnitt notwendig ist, beispielsweise bei Sauerstoffmangel des Kindes.

Die Kosten für die Schnittgeburt übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung jedoch nur für medizinisch indizierte, also medizinisch notwendige Kaiserschnittgeburten.

Risiken des Kaiserschnitts

Ein Kaiserschnitt ist eine Operation, mit allen Risiken, die eine OP mit sich bringt, wie etwa

  • Nebenwirkungen der Narkose, zum Beispiel Beatmungsprobleme, Herz-Kreislauf-Störungen, allergische Reaktionen auf das Narkosemittel, Übelkeit und Erbrechen nach der OP etc.
  • Infektionsrisiko, deshalb wird vorbeugend oft ein Antibiotikum verabreicht
  • Geburtsverletzungen, Gewebeverletzungen, Wundheilungsstörungen,
  • Thromboserisiko
  • Schmerzen nach der OP, die die Mutter in den ersten Wochen oft beeinträchtigen.

Risiken des Kaiserschnittes für das Kind

Risiken des Kaiserschnittes für das Kind können sein:

  • Atemprobleme, da sich noch Flüssigkeit in den Lungen befindet, die bei der normalen Geburt beim Schieben durch den Geburtskanal automatisch aus den Lungen gepresst wird (Durch aufgetretene Komplikationen wie Atemnot tritt die Verlegung in eine Kinderklinik weitaus häufiger auf)
  • Anpassungsschwierigkeiten des Kindes nach der plötzlichen Geburt
  • Stillprobleme durch verschiedene Ursachen, die mit dem Kaiserschnitt zusammenhängen, wie Trennung von Mutter und Kind nach der Geburt, verspäteter oder ausbleibender Milcheinschuss oder die Schmerzen der Geburtsnarben

Medizinische Notwendigkeit des Kaiserschnitts

Es gibt zwei Arten der Kaiserschnittentbindung (Sectio),
die primäre Sectio, das ist der bereits vor der Geburt geplante Kaiserschnitt, und
und die sekundäre Sectio, die bei Komplikationen während des Geburtsablaufs notwendig wird.

Medizinisch notwendig oder dringend zu empfehlen ist ein Kaiserschnitt beispielsweise bei

  • einer Querlage des Kindes
  • einer Plazenta, die vor oder nahe am inneren Muttermund sitzt
  • bestimmten Erkrankungen der Mutter wie z. B. HIV, Herzerkrankungen, Gestose oder Eklampsie
  • Zwillingen, bei denen ein Kind in einer gebärunfähigen Lage liegt
  • bestimmten Fehlbildungen des Kindes
  • einer Beckenendlage bei Erstgebärenden

Es gibt weitere Gründe für eine Schnittentbindung, die jedoch meist nicht zwingend zu einem Kaiserschnitt führen müssen. Dazu zählen etwa

  • eine befürchtete Sauerstoffunterversorgung des Kindes während der Geburt
  • eine Beckenendlage des Kindes
  • Erkrankungen der Mutter an zum Beispiel Diabetes oder Nierenerkrankungen oder vorausgegangene Schnittentbindungen
  • starke Ängste der Mutter

Auch bei einer geplanten natürlichen Geburt ist eine ausreichende Information über die Kaiserschnittentbindung hilfreich. Frauen, die auf natürlichem Wege gebären wollten und sich einem Not-Kaiserschnitt unterziehen mussten, leiden meist besonders unter dem unvorhergesehenen Ereignis.

Eine sehr umfangreiche und hilfreiche pdf-Broschüre zu allen wichtigen Fragen rund um den Kaiserschnitt bietet der BHLV (Bayerischer Hebammen Landesverband)

 

Kampagne zur Senkung der Kaiserschnittrate

Der Arbeitskreis Frauengesundheit (AKF) weist auf die weltweit steigenden Kaiserschnittraten hin.
Der AKF ist ein Netzwerk aus Frauenärztinnen, Hebammen, Psychologinnen und anderen Fachkräften.

Saugglocken- oder Zangengeburt

Wenn der Kopf des Kindes im Geburtskanal ist, aber nicht weiterkommt, kann eine Saugglocke oder Zange eingesetzt werden, um nachhelfen zu können. Dabei kann das Kind Druckstellen am Kopf oder leichte Deformierungen davontragen. Diese verschwinden aber nach einigen Tagen wieder.

Dammschnitt

Ein Dammschnitt ist ein unter Umständen medizinisch notwendiger Schnitt zwischen After und Scheide, um die Geburt zu erleichtern oder zu beschleunigen. Ein Dammschnitt ist während der Geburt in der Regel nicht schmerzhaft. Nach der Geburt wird der Schnitt genäht. Die Heilung des Dammschnitts kann schmerzhaft und unangenehm sein, verläuft jedoch meist problemlos im Wochenbett.