Geburtsvorbereitung

 

Vorbereiten auf die Geburt

Die Geburt des eigenen Kindes gehört zu den bewegendsten Ereignissen im Leben einer Frau oder eines Mannes.„Jede Geburt ist anders“ heißt es – und nicht auf alles können Sie selber Einfluss nehmen.
Jedoch können Sie Stress reduzieren, indem Sie sich sorgfältig auf die Geburt vorbereiten und Unterstützung für die Tage nach der Geburt organisieren.

Die letzten Wochen vor der Geburt erleben viele werdende Mütter und Väter als aufregend und schön. Sie besuchen einen Geburtsvorbereitungskurs, richten das Kinderzimmer ein und immer öfter fragen sich die werdenden Eltern, wie es sein wird, wenn das Kind tatsächlich da ist.

Um unnötigen Stress kurz vor und nach der Geburt zu vermeiden, sollten Sie möglichst früh, das heißt ab der 20. Schwangerschaftswoche einige Dinge organisieren und erledigen, wie zum Beispiel

  • den Geburtsort auswählen und die Geburt dort anmelden
  • die Geburtstasche packen
  • eine Liste mit Telefonnummern der Personen zusammenstellen, die Sie vor der Geburt informieren müssen, zum Beispiel die Hebamme, Großeltern oder andere Verwandte oder die Babysitterin für die Betreuung Ihrer anderen Kinder
  • die Erstausstattung für das Baby besorgen
  • für die Zeit nach der Entbindung ggf. eine Hilfe für den Haushalt  bzw. eine geeignete Betreuung für weitere Kinder organisieren
  • Mutterschaftsgeld beantragen
  • Elterngeld und Elternzeit beantragen
  • eventuell weitere finanzielle Hilfen beantragen

Mutterschutz

3. Mutterschutz _illustration .jpegFür Frauen, die zuvor berufstätig waren, beginnt sechs Wochen vor der Geburt der Mutterschutz. Sie haben jetzt mehr Zeit und Ruhe um Kraft zu tanken für die Geburt und die bevorstehenden Wochen mit dem Neugeborenen.
Frauen, die bereits Kinder haben, möchten diese auch gerne auf das bevorstehende Ereignis vorbereiten und Ihnen vielleicht noch einmal besonders viel Zeit und Aufmerksamkeit schenken.

Zu allen Fragen in Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt erhalten Sie Information und Beratung bei einer Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen  vor Ort.

 

Kündigung in Schwangerschaft und Mutterschutz

Während der Schwangerschaft und bis vier Monate nach der Geburt des Kindes besteht für Arbeitnehmerinnen Kündigungsschutz. Dem Arbeitgeber muss die Schwangerschaft bekannt gewesen sein; sie kann jedoch auch noch bis zu zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung mitgeteilt werden.
Nur in besonderen Fällen ist eine Kündigung zulässig (§ 9 MuSchG).

Die Schwangere / Mutter kann während der Schwangerschaft und der Mutterschutzfrist ihr Arbeitsverhältnis zum Ende des Mutterschutzes hin kündigen. Hier muss keine Kündigungsfrist eingehalten werden.
Hier finden Sie weitere Informationen.


Ängste vor der Geburt

Gerade vor der ersten Geburt können zu den schönen und erwartungsfrohen Gefühlen auch Unsicherheit und Angst hinzukommen. Dies ist in gewissem Maße normal. Sie werden sich sicher fragen, wie die Geburt verlaufen wird, wie stark der Wehenschmerz sein wird und ob es Ihrem Kind während der Geburt gut geht. Selbst Frauen, die bereits geboren haben, wissen nicht, wie die bevorstehende Geburt verlaufen wird. Jede Geburt ist anders und einzigartig. Viele Frauen beruhigt das Wissen, dass in den allermeisten Fällen alles gut geht.
Zudem schwinden die Ängste, wenn der Geburtsprozess erst einmal im Gange ist. Die Wahrnehmung der Schwangeren engt sich durch die Hormonausschüttung ein und der Fokus richtet sich automatisch auf die Wehen und den Geburtsablauf.

Das Vertrauen in die natürlichen Körperfunktionen und die körpereigenen Kräfte ist sicher eine der wichtigsten Voraussetzungen, der Geburt entspannt und erwartungsfreudig entgegen zu sehen.

Es gibt aber auch Frauen, bei denen Ängste und Sorgen überhand nehmen und die Vorfreude auf die Geburt des Kindes trüben. Hat eine Frau schon ein schmerzliches oder trauriges Geburtserlebnis gehabt, wird sie sicher mehr Unterstützung brauchen, um ihre Ängste zu bewältigen.

Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme, Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt über Ihre Sorgen und Ängste. Auch die Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen sind kompetente Ansprechpartner und helfen Ihnen gerne weiter.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Geburtsangst.

Der Geburtsvorbereitungskurs

Ziel der Geburtsvorbereitungskurse ist die Vermittlung grundlegenden Wissens über Schwangerschaft und Geburt sowie das Vertrautmachen mit hilfreichen Entspannungstechniken, die der Frau den Geburtsvorgang erleichtern sollen .

Im Geburtsvorbereitungskurs können Sie Fragen zum Thema Schwangerschaft und Geburt stellen und mit Anderen Erfahrungen austauschen und Kontakte knüpfen. Die Kurse richten sich an die Schwangere, es gibt aber auch Kurse für beide Elternteile. Hier erfahren auch die Väter viel Wissenswertes über die Schwangerschaft und Geburt, über die Veränderungen des weiblichen Körpers und darüber, wie sie selbst ihrer Partnerin während der Geburt eine hilfreiche Stütze sein können.

Bereits ab der 26. Schwangerschaftswoche ist es möglich, mit einem Geburtsvorbereitungskurs zu beginnen. Eine frühzeitige Anmeldung ist sinnvoll, da einige Kurse schnell ausgebucht sind.

 Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Regelmäßig übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für einen Geburtsvorbereitungskurs nur für die Schwangere, nicht für den Vater. Bevor Sie sich zu einem Kurs anmelden, sollten Sie die Kostenübernahme mit Ihrer Krankenkasse abklären.

Die Wahl des Geburtsorts

Für Schwangere gibt es verschiedene Entbindungsmöglichkeiten:

  • Klinik (ambulant oder stationär)
  • Hebammenkreißsaal
  • Geburtshaus
  • Hausgeburt.

Wenn keine Risikogeburt zu erwarten ist, kann jede Frau selbst entscheiden, wo sie ihr Kind gebären möchte. Gespräche mit der Hebamme oder der Frauenärztin / dem Frauenarzt sind ratsam, da diese die gesundheitliche Situation der Schwangeren kennen und sie beraten können, welche Art der Entbindung in Frage kommen könnte.

Überlegen Sie, wie Sie selbst sich die Geburt Ihres Kindes und die ersten Tage danach vorstellen und informieren Sie sich frühzeitig über Vor- und Nachteile verschiedener Geburtsorte und Geburtstechniken.

  • Welche Sicherheit für das Kind und für sich möchten Sie haben?
  • Welche Geburtsatmosphäre wünschen Sie sich für sich und Ihr Kind?
  • Was brauchen Sie, um sich optimal unterstützt zu fühlen?
  • Wer oder was vermittelt Ihnen das Gefühl von Sicherheit und eigener Stärke?
  • Möchten Sie eine Person Ihres Vertrauens mit zur Geburt nehmen?
  • Wie sollten sich die ersten Tage Ihres Neugeborenen gestalten?

Für viele Schwangere ist der Aspekt der medizinischen Sicherheit wichtig. Andere schätzen eine vertraute Umgebung und verlassen sich auf Ihren eigenen Körper. Sie möchten medizinische Hilfen nur im Bedarfsfall in Anspruch nehmen.

Eine umfangreiche Checkliste zur Wahl des Geburtsortes bietet die BZgA.

Fast alle Kliniken und Geburtshäuser bieten regelmäßig Informationsabende an. Dabei können Sie auch einen Eindruck von der Atmosphäre dort bekommen.

Hier finden Sie eine Liste der Geburtshäuser, Hebammen und babyfreundlicher Kliniken.

Die Geburtstasche und notwendige Unterlagen

Haben Sie sich für eine Geburt im Geburtshaus oder Krankenhaus entschieden, sollten Sie ca. sechs Wochen vor der Geburt bereits Ihre Geburtstasche packen. Aber auch bei einer Hausgeburt sollten alle notwendigen Dinge bereitliegen.

Praktisch sind zwei verschiedene Taschen:
Eine für die Entbindung und die andere für die ersten Tage nach der Geburt.
Auch an eine Tasche für die Begleitperson sollte gedacht werden.

Eine Liste mit sinnvollen und hilfreichen Dingen finden Sie hier.
Nützliche Dinge für die Begleitperson finden Sie hier.

Bitte denken Sie an Ihre persönlichen Papiere wie

  • Personalausweis
  • Mutterpass
  • Krankenversicherungskarte
  • Geburtsurkunde bei unverheirateten Paaren oder Familienstammbuch bzw. Heiratsurkunde bei verheirateten Paaren
  • eine Liste mit den Telefonnummern der Leute, die Sie von der Geburt benachrichtigen wollen.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die medizinisch notwendigen Kosten für stationäre und ambulante Geburten sowie für Geburten im Geburtshaus oder zu Hause. Bei Geburten im Geburtshaus übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Betriebskosten über eine Pauschale.

Kosten für Rufbereitschaften, die etwa bei einer Hausgeburt oder im Geburtshaus anfallen, müssen die Versicherten selbst zahlen.

Es ist ratsam, sich vorab über evtl. zusätzlich anfallende Kosten und über die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung zu informieren.
Privat versicherte Personen sollten die Kostenübernahme durch ihre Krankenkasse im Vorfeld abklären.