Finanzielle Leistungen und Hilfen

Abhängig von der jeweiligen Lebenssituation können unterschiedliche staatliche Unterstützungsangebote in Frage kommen. Die zuständigen Behörden stellen Art, Umfang und Anspruchsberechtigungen sowie weitere Informationen auf ihren Internetseiten dar. Die Beratungsangebote der Behörden können von Jedem genutzt werden.

 

Arbeitslosengeld

Arbeitnehmer, die vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen oder nur geringfügig beschäftigt sind und eine Tätigkeit als Arbeitnehmer ausüben wollen und können, in betrieblicher Berufsbildung Beschäftigte und Heimarbeiter bis zur maßgeblichen Altersgrenze können Anspruch auf Hilfen bei Arbeitslosigkeit haben. Ausführliche Informationen zum Arbeitslosengeld gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit.
 

Arbeitslosengeld II (ALG II)

Die Grundsicherung für Arbeitssuchende wird im Volksmund auch als Hartz IV bezeichnet. Sie dient der Sicherung des Lebensunterhalts für erwerbsfähige Hilfebedürftige ab dem 15. Lebensjahr bis zur maßgeblichen Altersgrenze mit gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland, die ihren und den Lebensunterhalt ihrer Familie nicht oder nicht ausreichend aus eigenen Kräften und Mitteln bestreiten können. Ausführliche Informationen zum Arbeitslosengeld II gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit.

Mutterschaftsgeld

Gesetzlich krankenversicherte Frauen, die bei Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Krankengeld haben, erhalten in der Zeit des Mutterschutzes in der Regel Mutterschaftsgeld. Beantragt werden kann das Mutterschaftsgeld bei der eigenen Krankenkasse. In anderen Fällen ist das Bundesversicherungsamt zuständig.

Ausführliche Informationen zum Mutterschaftsgeld gibt es beim familien-wegweiser.de des Bundesministriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und im Bundesversicherungsamt.

Sozialhilfe

Sozialhilfe erhalten nicht erwerbsfähige Personen, wenn der Bedarf zum Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln gedeckt werden kann.
Zuständig sind die Sozialhilfeverwaltungen bei den Landratsämtern, kreisfreien Städten und Bezirken.

Hier erhalten Sie ausführlichere Informationen zum Thema Sozialhilfe.

Unterhalt und Unterhaltsvorschuss

Bei Verwandtschaftsverhältnissen innerhalb der Familie bestehen gewisse Unterhaltspflichten. Diese gelten grundsätzlich auch nach einer Trennung oder Scheidung sowie für nicht verheiratete Eltern.

Es gibt verschiedene Unterhaltsformen, zu denen Sie im Folgenden ausführliche Informationen auf den Seiten der Fachbehörden finden:

Ausführliche Informationen bietet auch die Sozialfibel des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales.

Wohngeld

Wohngeld wird Anspruchsberechtigten als Zuschuss zu den Aufwendungen für den selbst genutzten Wohnraum geleistet. Ausführliche Informationen bietet die Sozialfibel des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales.

Leistungen für Bildung und Teilhabe

Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Kinderzuschlag, Wohngeld, sowie Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz können für ihre Kinder einen Anspruch auf Leistungen für Bildung und Teilhabe geltend machen. Zum Bildungs- und Teilhabepaket zählen:

  • ein- oder mehrtägige Schul- und Kitaausflüge (tatsächliche Kosten),
  • der persönliche Schulbedarf (insgesamt 100 Euro jährlich),
  • die Beförderung von Schülerinnen und Schülern zur Schule (tatsächliche Kosten),
  • Lernförderungen (tatsächliche Kosten),
  • die Teilnahme an einer gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung in Schule oder Kindertageseinrichtung (Zuschuss),
  • die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft (in Höhe von 10 Euro monatlich).

Es werden Geld- und Sachleistungen gewährt. Mit den Sachleistungen in Form von Gutscheinen wird sichergestellt, dass diese Leistungen die Kinder und Jugendlichen im Sinne einer individuellen Förderung auch erreichen.

Die Leistungen für Bildung und Teilhabe sind bei den Jobcentern, den Landkreis- oder Stadtverwaltungen zu beantragen.

BAföG

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz regelt die staatliche Unterstützung von Schülern und Studenten in Deutschland. Diese haben die Möglichkeit, eine monatliche finanzielle Unterstützung in Darlehensform zu erhalten. Ausführliche Informationen zum BAföG bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Kindergeld, Kinderfreibetrag, Kinderzuschlag

Kindergeld

Grundsätzlich besteht für alle Kinder ab der Geburt bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres Anspruch auf Kindergeld, unter bestimmten Bedingungen auch länger. Das Kindergeld wird einkommensunabhängig bezahlt und beträgt für das erste und zweite Kind je 194 Euro monatlich, für das dritte Kind 200 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind 225 Euro im Monat. Beantragt wird das Kindergeld bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit bzw. für Angehörige des öffentlichen Dienstes bei der zuständigen Bezügestelle. Ausführliche Informationen bietet die Bundesagentur für Arbeit. Hier erhalten Sie auch Informationen und Merkblätter zum Kindergeld. Speziell für den öffentlichen Dienst in Bayern finden Sie auf der Internetseite des Landesamts für Finanzen mehr Information: lff.bayern.de.

Kinderfreibetrag

Bei der Einkommensbesteuerung muss vom Einkommen der Eltern ein Betrag in Höhe des Existenzminimums für jedes steuerlich zu berücksichtigende Kind steuerfrei bleiben. Die steuerliche Freistellung des Einkommens erfolgt entweder durch das Kindergeld oder durch die steuerlichen Freibeträge.

Ausführliche Informationen enthält die Sozialfibel des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales. Die Sozialfibel kann kostenlos bestellt werden. Weitere Informationen zum Kinderfreibetrag finden Sie auf familien-wegweiser.de

Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag wird Eltern gewährt, die zwar ihren eigenen Bedarf durch Erwerbseinkommen grundsätzlich bestreiten können, aber nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um den Bedarf ihrer Kinder zu decken. Detaillierte Informationen zum Kinderzuschlag und den Antrag auf Kinderzuschlag gibt es auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit.
Berechnungsmöglichkeiten zum Kinderzuschlag finden Sie mit dem Kinderzuschlags-Check

Elterngeld

Nach der Geburt eines Kindes haben zuvor erwerbstätige Eltern die Möglichkeit, auf die Erwerbstätigkeit zu verzichten oder sie einzuschränken, um sich der Pflege und Fürsorge ihres Babys zu widmen. Durch das Basiselterngeld wird der Ausfall des Einkommens für bis zu 14 Monate zu einem festgelegten Prozentsatz (grundsätzlich 67 %) ausgeglichen. Das ElterngeldPlus richtet sich vor allem an Eltern, die früher in den Beruf zurückkehren möchten. Es berechnet sich wie das Basiselterngeld, beträgt aber maximal die Hälfte des Elterngeldbetrags, der Eltern ohne Teilzeiteinkommen nach der Geburt zustünde. Dafür wird es für den doppelten Zeitraum gezahlt: ein Elterngeldmonat = zwei ElterngeldPlus-Monate. Damit profitieren Eltern vom ElterngeldPlus auch über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus.

Der Partnerschaftsbonus fördert die partnerschaftliche Aufteilung von familiären und beruflichen Aufgaben. Er bietet die Möglichkeit, für vier weitere Monate ElterngeldPlus zu nutzen: Wenn Mutter und Vater in vier aufeinanderfolgenden Monaten gleichzeitig zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten, kann jeder Elternteil in diesen Monaten vier zusätzliche Monatsbeträge ElterngeldPlus beziehen.

Je nach vorherigem Verdienst des Antragstellers beträgt der monatliche Elterngeldbetrag bis zu 1800 Euro. Eltern, die vor der Geburt des Kindes nicht erwerbstätig waren, erhalten Elterngeld in Höhe von 300 Euro.

Ob für Eltern Basiselterngeld, ElterngeldPlus, Partnerschaftsbonus oder auch die Kombination aller drei Gestaltungsmöglichkeiten vorteilhaft ist, hängt von den jeweiligen individuellen Lebensumständen wie Erwerbstätigkeit, Kinderbetreuung, Höhe der monatlich notwendigen finanziellen Absicherung etc. ab. Auf der Internetseite des Bundesfamilienministeriums (www.bmfsfj.de) oder auf der Seite  familien-wegweiser.de können Eltern mit dem Elterngeldrechner mit Planer die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten ausprobieren und eine erste Einschätzung zur Höhe des Elterngeldanspruchs bekommen.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Elterngeld, auch zu den Partnermonaten, einen Elterngeldrechner und den Online-Antrag finden Sie hier:
Zentrum Bayern Familie und Soziales. Die für Sie zuständige Regionalstelle des Zentrum Bayern Familie und Soziales ist gerne für Sie da.

Bayerisches Familiengeld

Mit dem Bayerischen Familiengeld, das erstmals ab 1. September 2018 gezahlt wird, soll die Erziehungsleistung von Eltern mit kleinen Kindern besonders anerkannt werden. Eltern soll bei ihren Entscheidungen hinsichtlich Erziehung, Bildung und Gesundheitsförderung ein ökonomischer Gestaltungsspielraum eingeräumt werden.

Der Freistaat Bayern gewährt den Eltern für jedes Kind im zweiten und dritten Lebensjahr, d. h. vom 13. bis zum 36. Lebensmonat, 250 Euro pro Monat, ab dem dritten Kind 300 Euro pro Monat. Das bedeutet bei Inanspruchnahme des vollen Bezugszeitraums von zwei Jahren insgesamt 6.000 bzw. 7.200 Euro.

Es ist eine Leistung für alle Familien, unabhängig vom Einkommen, Betreuungsform oder Erwerbstätigkeit. Eltern in Bayern können auch Familiengeld erhalten, wenn das Kind eine Krippe besucht oder in der Familie betreut wird. Sie erhalten die Leistung, wenn sie

  • ihre Hauptwohnung oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Bayern haben,
  • mit ihrem Kind in einem Haushalt leben
  • und dieses Kind selbst erziehen.

Wer in Bayern Elterngeld beantragt und bewilligt erhalten hat, muss keinen Antrag auf Familiengeld stellen. Der Elterngeldantrag gilt zugleich auch als Antrag auf Familiengeld. Für alle anderen wird es einen Online-Antrag auf der Website des Zentrum Bayern Familie und Soziales geben. Dort ist auch bereits ein Papierantrag abrufbar.

Wer kein Elterngeld in Bayern bezogen hat, kann frühestens 3 Monate vor dem beabsichtigten Leistungsbeginn einen Antrag stellen.

Mit dem Bayerischen Familiengeld bekommen Familien mit kleinen Kindern, die zwei Jahre Familiengeld beziehen, insgesamt mehr Geld als bisher mit dem Betreuungsgeld und dem Landeserziehungsgeld zusammen.

Für Eltern von Kindern, die zwischen 1. Oktober 2015 und 31. August 2017 geboren sind und schon Landeserziehungsgeld und/oder Betreuungsgeld erhalten, wird durch die sog. „Meistbegünstigtenregelung“ sichergestellt, dass der monatliche Auszahlungsbetrag erhalten bleibt oder sich durch den Bezug von Familiengeld steigert.

Gleiches gilt für diejenigen, die zumindest die Anträge auf Landeserziehungsgeld und Betreuungsgeld bis spätestens 31. August 2018 beim ZBFS gestellt haben.

Mehr Informationen und Antworten auf Fragen zum Bayerischen Familiengeld erhalten Sie auf der Website des Zentrums Bayern Familie und Soziales.

Bayerisches Landeserziehungsgeld

Das Bayerische Familiengeld bündelt ab 1. September 2018 das bisherige Bayerische Landeserziehungsgeld und das Bayerische Betreuungsgeld. Für Kinder, die ab dem 1. September 2017 geboren sind, gelten ausschließlich die Regelungen zum Bayerischen Familiengeld ). Bei Kindern, die vom 1. Oktober 2015 bis zum 31. August 2017 geboren sind, gilt eine Übergangsregelung. Durch die sog. „Meistbegünstigtenregelung“ wird sichergestellt, dass der monatliche Auszahlungsbetrag erhalten bleibt oder sich durch den Bezug von Familiengeld steigert.

Das Bayerische Landeserziehungsgeld ist eine Leistung des Freistaats Bayern, die unmittelbar im Anschluss an den Bezug des Elterngeldes gewährt wird. Das Landeserziehungsgeld möchte Ihnen die Entscheidung erleichtern, ob Sie nach Bezug des Elterngeldes wieder arbeiten oder Ihr Kind noch einige Zeit selbst betreuen.

Landeserziehungsgeld kann für das erste Kind bis zu 150 Euro, für das zweite Kind bis zu 200 Euro, für das dritte und jedes weitere Kind bis zu 300 Euro monatlich betragen. Für das erste Kind wird es bis zu sechs Monate gezahlt, für jedes weitere Kind bis zu zwölf Monate. Überschreitet das Nettoeinkommen der Familie bestimmte Einkommensgrenzen, wird das Landeserziehungsgeld gemindert oder entfällt.

Zuständig für das Bayerische Landeserziehungsgeld ist das Zentrum Bayern Familie und Soziales.

Bayerisches Betreuungsgeld

Das Bayerische Familiengeld bündelt ab 1. September 2018 das bisherige Bayerische Landeserziehungsgeld und das Bayerische Betreuungsgeld. Für Kinder, die ab dem 1. September 2017 geboren sind, gelten ausschließlich die Regelungen zum Bayerischen Familiengeld. Bei Kindern, die vom 1. Oktober 2015 bis zum 31. August 2017 geboren sind, gilt eine Übergangsregelung. Durch die sog. „Meistbegünstigtenregelung“ wird sichergestellt, dass der monatliche Auszahlungsbetrag erhalten bleibt oder sich durch den Bezug von Familiengeld steigert.

Das Bayerische Betreuungsgeld unterstützt diejenigen Eltern, die eine Alternative zur öffentlich geförderten Kinderbetreuung wünschen und deshalb die Betreuung ihres ein- oder zwei-jährigen Kindes selbst übernehmen oder familiär bzw. im privaten Umfeld organisieren möchten.

Das Betreuungsgeld beträgt für jedes Kind 150 € pro Monat. Für jedes Kind wird längstens für 22 Lebensmonate Betreuungsgeld gezahlt.

Zuständig für das Bayerische Betreuungsgeld ist das Zentrum Bayern Familie und Soziales.

Hilfe für Familien in Not

Die bayerische "Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind" unterstützt Familien in finanziellen Notlagen. Bei den Leistungen handelt es sich in der Regel um eine einmalige finanzielle Unterstützung, mit der die bestehende Notlage der Familie abgewendet oder erleichtert werden soll.

Besonders kinderreiche Familien, allein Erziehende mit Säuglingen oder jungen Kindern und Familien mit behinderten Kindern können die Unterstützung erhalten. Welche Hilfen möglich sind und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, erfahren Sie auf der Seite des Zentrum Bayern Familie und Soziales.

Ein Anspruch auf die Leistungen der "Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind“ besteht nicht, es handelt sich um eine freiwillige Leistung des Freistaats Bayern.

Der Antrag auf Hilfen kann bei der "Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind" direkt gestellt werden.
Auch die

  • örtlich zuständige Gemeinde
  • Sozialhilfeverwaltungen
  • Jugendämter
  • Landratsämter/Gesundheitsverwaltungen und kommunalen Gesundheitsämter
  • Schwangerenberatungsstellen
  • und andere öffentliche Institutionen, welche sich für die Behebung  oder Linderung einer Notlage engagieren

nehmen als Übermittlungsboten des Hilfesuchenden die ausgefüllten Vordrucke entgegen und leiten diese an die Stiftungsverwaltung weiter.

Weiterführende Informationen